Fliegen lernen auf den Ithwiesen

Die Segelflugschulung ist gar nicht so aufwändig, wie häufig vermutet wird. Außer einer Bescheinigung über die Flugtauglichkeit durch einen Flugmedizinischen Sachverständigen ("Fliegerarzt") gibt es keine besonderen Voraussetzungen.

Kompromisslose Flugsicherheit und eine solide Ausbildung für jeden Neueinsteiger stehen an erster Stelle. So erfolgt die Schulung streng nach den Vorgaben der europäischen EASA-FCL-Richtlinien und der deutschen Verordnung über Luftfahrtpersonal (LuftPersV). Dabei gilt das bewährte Prinzip, dass schon mit 14 Jahren mit der Flugausbildung begonnen werden kann. Der speziell ausgebildete Fluglehrer unterrichtet den Schüler zunächst am "Doppelsteuer", das heißt, dass er vom hinteren Sitz des Flugzeugs jederzeit die Möglichkeit hat, in das Geschehen einzugreifen. Erst wenn der Fluglehrer sich vom fliegerischen Können des Schülers überzeugt hat und keine Bedenken bestehen, darf der Schüler ab einem Alter von 15 Jahren ein Segelflugzeug allein führen, wobei der Fluglehrer weiterhin die Verantwortung trägt und jeden Flug vom Boden aus unter ständiger Funkverbindung überwacht. Am Ende der Flugausbindung steht die "Pilotenlizenz für Segelflugzeugführer" (SPL), die nach erfolgreich abgelegten theoretischen und praktischen Prüfungen (s.u.) ab einem Alter von 16 Jahren erworben werden kann.

Die Dauer der Ausbildung hängt natürlich vom eigenen Einsatz ab. Es ist aber durchaus zu schaffen, innerhalb einer Flugsaison ein Flugzeug allein fliegen zu können (und zu dürfen). Ein Großteil der weiteren Ausbildung bis zur Pilotenlizenz kann dann im Alleinflug durchgeführt werden. Der Fluglehrer erteilt dazu die entsprechenden "Flugaufträge", in denen er dem Schüler jeweils spezielle Hinweise bezüglich der Wettersituation und anderen Besonderheiten gibt.

Wie für jede andere Lizenz muss natürlich auch für den Segelflugschein die nötige Theorie gelernt werden. In jedem Winter findet dazu der Theorieunterricht statt, der das gesamte Stoffgebiet abdeckt.

Wer sich noch unsicher ist, in die Fliegerei einzusteigen, für die/den bieten wir eine Schnuppermitgliedschaft an. Einfach vier Wochen für einen pauschalen Beitrag an der Flugausbildung teilnehmen, als ob man schon als Flugschüler dabei wäre.

Übersicht über den Ausbildungsablauf:

Praktische Ausbildung:

  • Schulflüge mit Fluglehrer im Schulungsdoppelsitzer (ASK 21)
  • A-Prüfung (3 Alleinflüge)
  • weitere Ausbildung in einsitzigen Schulflugzeugen (ASK 23, Club Astir)
  • B-Prüfung (sauberes Fliegen verschiedener Fluglagen)
  • Fortgeschrittenenausbildung in einsitzigen Flugzeugen, Trainingsflüge mit Fluglehrer (mindestens 3 Starts auf einem fremden Flugplatz, mindestens eine Außenlandeübung, Gefahreneinweisung)
  • C-Prüfung (Aufgaben aus Thermikflug, Navigation und Flugplanung)
  • Streckenflüge mit und ohne Fluglehrer (min. 50 km Zielstrecke im Alleinflug vor Erteilung der Lizenz, ersatzweise 100 km mit Fluglehrer)

Nach mindestens 25 Stunden Flug, davon 15 im Alleinflug, 60 Starts und Landungen so wie kompletter Theoretischer Ausbildung (s.u.) kann die Prüfung zur Pilotenlizenz erfolgen.

Theoretische Ausbildung:

  • Unterricht in den Fächern Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Aerodynamik, Luftfahrzeugtechnik, Verhalten in besonderen Fällen und menschliches Leistungsvermögen
  • analog zur praktischen Ausbildung theoretischen A-, B-, und C-Prüfung
  • Erwerb des Flugfungzeugnisses BZF 2
  • theoretische Prüfung zur Pilotenlizenz

Nach Erhalt ist die Pilotenlizenz für Segelflugzeugführer (SPL) unbegrenzt gültig. Für die Starterlaubnis müssen allerdings folgende Voraussetzungen erfüllt sein (innerhalb der letzten 24 Monate):

  • mindestens 15 Starts und Landungen und 5 Flugstunden
  • mindestens 2 Übungsflüge mit Fluglehrer
  • gültiges fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis (Intervall je nach Alter)

Die Pilotenlizenz für Segelflugzeugführer erleichtert zusätzlich die Ausbildung zu weiteren Lizenzen, z.B. für Motorsegler, Ultraleichtflugzeuge oder Motorflugzeuge.

Cockpit eines Hochleistungssegelflugzeugs (LS 8-t)